Blauverschiebung – Performance Festival (Teil 1)

25. – 27. April 2008
Performance Festival „Blauverschiebung“

Leipzig spielt eine bedeutende Rolle in der Entwicklung der Performance in der DDR der 1980er Jahre. Hierzu zählen Vorreiter wie Günther Regel, der die erste Publikation von dem verpönten J. Beuys herausbrachte, die HGB Leipzig, die kurz nach dessen Tod eine Retrospektive zeigte, Günther Huniats inszeniertes Freiluftatelier „Mogollon“ in Leipzig-Stötteritz, ihr multimediales und grenzüberschreitendes Ausstellungskonzept „Tangente I“ und der 1. Leipziger Herbstsalon 1984, eine listig eingefädelte Alternativausstellung. Somit knüpft „Blauverschiebung“ an weit in die Geschichte der Stadt zurückgreifende Unternehmungen von Querdenker an, die sich von innovativen Wagnissen nicht abschrecken ließen.

Performance ist, wie immer wieder betont wird, undefinierbar; gleichzeitig kann diese Undefinierbarkeit jedoch als eine Definition von Performance verstanden werden. Die Performance ist eine der am kontroversesten diskutierten Bereiche der Kunst, eine Herausforderung für das Publikum und die Kunsttradition. Trotzt Schwierigkeiten in der Zuordnung sind vier Grundelemente bezeichnend für die Performance: der Körper des Künstlers, eine Beziehung zwischen dem Künstler und dem Zuschauer, Raum und Zeit. Das Performance Festival „Blauverschiebung“, das erste Festival dieser Art im gesamten Mitteldeutschen Raum, wird sich in seiner diesjährigen Durchführung dem Faktor Raum im Ausdrucksmittel der Performance widmen. Raum wird dabei durch die urbane Gestaltung und Architektur der Stadt Leipzig definiert und durch die Körperpräsenz der Performance subjektiv aufgeladen. Die Performance, mit Attributen wie Vergänglichkeit, schwieriger Konsumier – und Verkäuflichkeit, denn Künstler und Kunst sind untrennbar verbunden, steht im Gegensatz zur statischen, für Gebrauch, und Langlebigkeit angelegten Architektur. Ironie, Witz und ein willkommener Showcharakter, den die Protagonisten aus Deutschland, der Schweiz und Österreich in ihre Performances einweben, fordern letztendlich das Publikum nicht nur heraus, sondern versprechen, ein aufregendes Erlebnis zu werden. Gegenwartskunst die irritiert, erfreut und emotionalisiert. Die Galerie KUB und zahlreiche weitere Institutionen sind hocherfreut, zum Performance Festival „Blauverschiebung“ zu laden!

www.artpa.de


Veranstaltungsorte:

Galerie KUB, Passage Kino, naTo, Moritzbastei, IG Feinkost, Galerie Born+Busse, Innenstadt (Marktplatz und Außenbereich des Museums der bilden Künste)


TeilnehmerInnen:

Hiwa K. (Mainz)
Monika Ortmann (Bochum)
Frauke Frech (Genf, Kiel)
Elle Friis (Berlin)
Moritz Fingerhut (Köln)
Judith Huber (Basel)
Marina Linares (Köln)
Stefan Hauberg (Hamburg)
Alex Meszmer (Phyn)
Reto Müller (Phyn)
Matthias Kuhn (St. Gallen)
Marina Belobrovaja (Zürich)
Emma Nilsson (London)
Nicolas Häberli (Zürich)
Irene Maag (Basel)
Ilka Theurich (Hannover)
Angelica Schubert (Köln)

Nachricht hinterlassen